2026-05-20 09.11.37

Mündige Erinnerung statt manipulierter Geschichte

Bildungsministerkonferenz aktualisiert Empfehlungen zur historisch-politischen Bildung in der Schule

Die Bildungsministerkonferenz hat eine umfassend aktualisierte Empfehlung zur Erinnerungskultur als Gegenstand historisch-politischer Bildung in der Schule beschlossen. Damit reagieren die Länder auf gesellschaftliche, politische und technologische Veränderungen der vergangenen Jahre – von wachsendem Antisemitismus und Desinformation bis hin zu den Herausforderungen digitaler Medien und Künstlicher Intelligenz.

Die Überarbeitung der bisherigen Empfehlung aus dem Jahr 2014 geht auf einen Beschluss der Bildungsministerkonferenz aus dem Jahr 2025 zurück und wurde während der Präsidentschaft von Simone Oldenburg, Ministerin für Bildung und Kindertagesförderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern, angestoßen. In einer länderübergreifenden Arbeitsgruppe wurde die Empfehlung anschließend grundlegend aktualisiert und dabei Experten aus Wissenschaft, Gedenkstätten sowie weitere Fachakteuren einbezogen.

Im Mittelpunkt der neuen Empfehlung steht die Frage, wie junge Menschen in einer zunehmend digitalen und pluralen Gesellschaft zu einem reflektierten Umgang mit Geschichte befähigt werden können. Historisch-politische Bildung soll dabei nicht nur Wissen vermitteln, sondern Schülerinnen und Schüler stärken, historische Entwicklungen kritisch einzuordnen, demokratische Werte zu verteidigen und Verantwortung in der Gegenwart zu übernehmen.

„Nur wer die Vergangenheit versteht, kann die Zukunft besser gestalten. Deshalb ist Erinnerungskultur so wichtig. Es geht darum, junge Menschen stark zu machen, damit sie Zusammenhänge verstehen, Verantwortung übernehmen und unsere Demokratie schützen können. Gerade in Zeiten von Desinformation und digitaler Manipulation brauchen junge Menschen Orientierung und die Fähigkeit Fakten von Fälschungen zu unterscheiden. Erinnerungskultur ist deshalb nicht nur ein Blick zurück. Sie ist eine Investition in die Zukunft unserer Demokratie“, so Anna Stolz, Präsidentin der Bildungsministerkonferenz und Bayerische Staatsministerin für Unterricht und Kultus.

Die aktualisierte Empfehlung betont die besondere Bedeutung der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus und die Schoa. Gleichzeitig greift sie weitere Themen stärker auf als bisher, darunter die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur, Kolonialismus, Antisemitismus, Antiziganismus, gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit sowie rechtsextremistischer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland. Zudem wird die Bedeutung von Medien- und Quellenkritik im digitalen Raum deutlich hervorgehoben.

Weiterlesen und Quelle: https://www.kmk.org/aktuelles/pressearchiv/mitteilung/muendige-erinnerung-statt-manipulierter-geschichte.html

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